Merkurtransit 2016
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FACHBEGRIFFE ZUM MERKURTRANSIT

APHEL
Als APHEL bezeichnet man der sonnenfernsten Punkt auf der elliptischen Umlaufbahn eines Planeten um unser Zentralgestirn. Der Merkur steht im Aphel seiner Bahn 70 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
DURCHGANG
Deutsches Wort für Transit.
EGRESS
Abgeleitet vom lateinischen egredi (= herausschreiten); bezeichnet den Austritt des Planeten aus der Sonnenscheibe bei einem Transit. Der Egress beginnt, wenn die Planetenscheibe den Rand der Sonnenscheibe von innen kommend berührt. Dieser Augenblick entspricht dem 3. Kontakt bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis und wird daher auch bei einem Transit so bezeichnet. Aufgrund des "Schwarzen Tropfens" ist der Zeitpunkt des 3. Kontaktes bisweilen nicht genau messbar. Der Egress endet, sobald die Planetenscheibe die Sonne vollständig verlassen hat (= 4. Kontakt).
ELONGATION
Als Elongation bezeichnet man den Winkelabstand eines Planeten von der Sonne. Merkur kann sich nie weiter als 28 Winkelgrade von der Sonne entfernen. Aus Oberer Konjunktion kommend wird Merkur östlich (= links) von der Sonne am Abendhimmel sichtbar. Die Beleuchtungsphase nimmt dabei ab, mit der maximalen östlichen Elongation wird die Phase "Halbmerkur" erreicht. Die Abnahme der Phase ist bei Merkur gleichbedeutend mit einem Helligkeitsrückgang, obwohl sich der Planet der Erde immer mehr nähert. Nach der Unteren Konjunktion wird er westlich (= rechts) von der Sonne am Morgenhimmel sichtbar. Mit Erreichen der maximalen westlichen Elongation ist wiederum die Phase "Halbplanet" erreicht. Auf dem Weg zur nächsten Oberen Konjunktion nimmt die Helligkeit des Merkur kontinuierlich zu.
Die maximale Elongation ist sowohl am Morgen- als auch am Abendhimmel mit der besten Sichtbarkeit verbunden.
GASSENDI
Pierre Gassendi (1592 - 1655, Biografie) war der erste Mensch der den Durchgang eines Planeten vor der Sonne beobachtet hat. Aufgrund der Berechnungen von Johannes Kepler konnte er den Merkurtransit am 07.11.1631 mit Hilfe der Projektionsmethode beobachten. Von seinem Erfolg angespornt versuchte Gassendi im Dezember des gleichen Jahres den ebenfalls von Kepler vorhergesagten Venustransit zu beobachten. Das Vorhaben scheiterte daran, dass die Sonne zum fraglichen Zeitpunkt in Europa unter dem Horizont stand. Erst 1639 konnte der junge Engländer Jeremiah Horrocks die Venus vor der Sonnenscheibe sehen.
HALLEY
Edmond Halley (1656 - 1742, Biografie) war einer der bedeutendsten Astronomen überhaupt. Berühmt wurde er durch die Entdeckung, dass Kometen genau wie die Planeten auf elliptischen Bahnen um die Sonne kreisen. Weniger bekannt ist, dass es Halley war, dem im Jahr 1677 auf der Insel St. Helena die erste wirklich exakte Beobachtung eines Merkurtransits gelang. Ausgehend davon schlug er eine Methode (Beschreibung von Jürgen Giesen) vor, um mit Hilfe von Merkur- und vor allem von Venustransits die damals noch völlig unbekannte Entfernung zwischen Erde und Sonne zu bestimmen. Aus Halleys Plan resultierte rund 80 Jahre später (Venustransit 1761) das erste internationalen Forschungsprojekt der Menschheitsgeschichte.
INGRESS
Abgeleitet vom lateinischen ingredi (= hineinschreiten); bezeichnet den Eintritt des Planeten in die Sonnenscheibe bei einem Transit. Der Ingress beginnt, wenn die Planetenscheibe den Rand der Sonnenscheibe von außen kommend berührt. Dieser Augenblick entspricht dem 1. Kontakt bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis und wird daher auch bei einem Transit so bezeichnet. Der Ingress endet, sobald die Planetenscheibe vollständig in die Sonnenscheibe eingetreten ist (= 2. Kontakt). Aufgrund des "Schwarzen Tropfens" ist der Zeitpunkt des 2. Kontaktes bisweilen nicht genau messbar.
KEPLER
Johannes Kepler (1571 - 1630, Biografie) entdeckte, dass die Planeten nicht auf kreisförmigen, sondern auf elliptischen Bahnen um die Sonne kreisen, und dies umso schneller je näher sie der Sonne sind. Ferner besteht eine feste Beziehung zwischen Umlaufzeit und Abstand eines Planeten von der Sonne. Diese Erkenntnisse, die als die 3 keplerschen Gesetze bekannt wurden, ermöglichten viel genauere Vorhersagen von Planetenkonstellationen als es bis dahin möglich war. Seine Berechnungen zukünftiger Himmelsereignisse legte Kepler in den Rudolfinischen Tafeln nieder. Darin sagte er unter anderem voraus, dass die Planeten Merkur und Venus unter bestimmten Voraussetzungen vor der Sonnenscheibe herziehen können. Bereits 1631 sollten demnach Transits beider Planeten stattfinden. Kepler war es jedoch nicht mehr vergönnt, die Bestätigung seiner Prognosen zu erleben, denn er starb im Jahr 1630.
KNOTEN
Alle Planeten und auch die meisten ihrer Monde kreisen ungefähr in der gleichen Ebene um die Sonne, aber eben nur ungefähr.; ihre Bahnen sind leicht gegeneinander geneigt. Als Knoten oder Bahnknoten bezeichnet man die beiden Schnittpunkte der Bahnebenen zweier Himmelskörper. Nur wenn zwei Planeten oder Monde zur selben Zeit diese Punkte erreichen, stehen sie im dreidimensionalen Raum in einer Reihe mit der Sonne. Nur dann sind Finsternisse oder Transits möglich.
KONTAKT
Als Kontakte bezeichnet man bei Finsternissen oder Transits die Zeitpunkte, wenn sich zwei Himmelskörper oder ein Himmelskörper und der Schatten eines anderen erstmals bzw. letztmals berühren. Bei Transits der Planeten Merkur und Venus unterscheidet man 4 verschiedene Kontaktzeiten, die wie folgt definiert sind:
1. Kontakt: Die Planetenscheibe berührt von außen kommend erstmals den Außenrand der Sonnenscheibe.
2. Kontakt: Die Planetenscheibe löst sich nach vollständigem Eintritt in die Sonnenscheibe von deren Innenrand.
3. Kontakt: Die Planetenscheibe berührt von innen kommend erneut den Innenrand der Sonnenscheibe.
4. Kontakt: Die Planetenscheibe löst sich nach vollständigen Austritt aus der Sonnenscheibe von deren Außenrand.
Den Zeitraum zwischen 1. und 2. Kontakt bezeichnet man auch als Ingress, den Zeitraum zwischen 3. und 4. Kontakt entsprechend als Egress.
Die 4 Kontaktzeiten lassen sich zwar für jeden beliebigen Beobachtungsort mit hoher Präzision vorhersagen, ihre genaue Messung ist jedoch nicht ohne weiteres möglich. Im Fall des 1. und 4. Kontaktes liegt dies daran, dass die Planeten neben der gleissend hellen Sonne zum einen nicht sichtbar sind und sich zum anderen in der Phase "Neumerkur" bzw. "Neuvenus" befinden, mithin der Erde also ihre dunkle Seite zukehren. Mit speziellen Filtern kann man sie heutzutage aber vor dem Hintergrund der hellen Sonnenkorona als dunkle Scheibchen sichtbar machen. Dagegen scheitert die präzise Messung von 2. und 3. Kontakt insbesondere bei Venustransits, gelegentlich auch bei Merkurtransits an einem Phänomen, das als Schwarzer Tropfen bekannt geworden ist.
LEVERRIER
Urbain Leverrier (1811 - 1877, Biografie) wurde berühmt, nachdem er aufgrund von Bahnstörungen des Uranus die Position eines weiteren, noch unbekannten Planeten so genau vorhergesagt hatte, dass dieser auf Anhieb gefunden wurde. Die Entdeckung des Neptun am Schreibtisch gilt zu Recht als eine der großen wissenschaftlichen Leistungen des 19. Jahrhunderts. Leverrier war danach von der fixen Idee besessen, mit der gleichen Methode einen weiteren Planeten zu entdecken, denn auch Merkur lief nicht ganz genauso um die Sonne, wie er das aufgrund der Keplerschen Gesetze tun sollte. Die Entdeckung schien nur eine Frage der Zeit, zumal es einige dubiose Beobachtungen gab, die mit dem Transit eines noch unbekannten Planeten vor der Sonne erklärt wurden. Sogar einen Namen gab es für diesen Himmelskörper schon: Vulkan. Dabei blieb es dann auch, denn niemand hat Vulkan bis heute gesehen - es gibt ihn nicht. Die Ursache für die Bahnstörungen des Merkur fand man im 20. Jahrhundert: es ist die Sonne, die mit Ihrer gewaltigen Schwerkraft den umliegenden Raum krümmt und dadurch auch den Lauf des Merkur beeinflußt; übrigens eine glänzende Bestätigung der Allgemeinen Relativitätstheorie.
MERKUR
Merkur ist der sonnennächste und zweitkleinste der neun großen Planeten. Er besitzt weder einen Mond noch eine Atmosphäre. Die Aufnahmen der bislang einzigen Raumsonde (Mariner 10), die ihn im Jahr 1974 besucht hat, zeigen eine kraterübersäte Oberfläche, die der des Erdmondes ähnelt. Merkur braucht für eine Umrundung der Sonne lediglich 88 Tage. Deshalb kann man ihn im Verlauf eines Erdjahres mehrfach sowohl rechts (= westlich) als auch links (= östlich) von der Sonne finden. In mittleren nördlichen Breiten ist er aber wegen der geringen Neigung der Ekliptik nur wenige Tage oder Wochen im Jahr gut zu beobachten.
Wenn Sie mehr über Merkur erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen die nachstehend verlinkten Seiten:

Merkur-Links von der NASA
Mercury Data Sheet (space.com)
Information about Mercury (ESO)
Mercury (Europlanet)
Atlas of Mercury (NASA History Office)
Merkurseite von astronomie.de
Merkurseite von astrowetter.com
Homepage der Merkursonde Messenger
The Enduring Mysteries of Mercury (space.com)
Will Mercury Hit Earth Someday? (Sky & Telescope)
MERKURTRANSIT
Als Merkurtransit bezeichnet man das Vorbeiziehen des Planeten Merkur vor der Sonnenscheibe während einer Unteren Konjunktion. Ein Merkurtransit kann nur dann stattfinden, wenn Merkur und Erde nahezu gleichzeitig die Knoten ihrer Bahnen erreichen, was im Durchschnitt 13 oder 14 mal pro Jahrhundert der Fall ist. Da der Winkeldurchmesser des Merkur in Unterer Konjunktion maximal 13 Bogensekunden beträgt, ist mindestens ein gutes Fernglas, besser aber ein kleines Fernrohr mit mindestens 50facher Vergrößerung (und Objektivfilter zum Schutz der Augen oder Anwendung der Projektionsmethode) erforderlich, um das Phänomen zu beobachten.
Entgegen allgemeiner Annahme haben Merkurtransits auch heute noch wissenschaftliche Bedeutung: so gelang beim Transit 2003 erstmals der Nachweis von neutralem Natrium in der Umgebung des Merkur.
OBERE KONJUNKTION
Wenn die Planeten Merkur und Venus, die innerhalb der Erde um die Sonne kreisen, von der Erde aus gesehen hinter der Sonne stehen, so bezeichnet man dies als "Obere Konjunktion". Dabei kann es zu einer Bedeckung des Planeten durch die Sonne kommen, wenn die Erde und der jeweilige Planet gerade an ihren Bahnknoten stehen. Meistens jedoch ziehen Merkur und Venus ober- oder unterhalb der Sonne her. Sie zeigen dann im Fernrohr eine vollständig beleuchtete Scheibe ("Vollmerkur", "Vollvenus"). In Oberer Konjunktion erreicht Merkur seine größte Helligkeit, obwohl er in maximaler Entfernung von der Erde steht. Die Beleuchtungsphase trägt mehr zur Helligkeit des Planeten bei als der Winkeldurchmesser.
Die Obere Konjunktion ist mit dem Wechsel des Merkur bzw. der Venus vom Morgen- zum Abendhimmel verbunden.
PERIHEL
Als PERIHEL bezeichnet man der sonnennächsten Punkt auf der elliptischen Umlaufbahn eines Planeten um unser Zentralgestirn. Der Merkur steht im Perihel seiner Bahn 46 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
PROJEKTIONSMETHODE
Der direkte Blick in die Sonne kann zu schweren Augenschäden bis hin zur Erblindung führen. Sonnenbeobachter verwenden daher spezielle lichtabsorbierende Filter, die auf das Objektiv des Fernglases oder Fernrohrs gesetzt werden. Noch sicherer und besonders bei der Beobachtung in der Gruppe auch sinnvoller ist die Projektionsmethode, bei der das Sonnenbild durch ein optisches Instrument auf einen weissen Hintergrund projiziert und dabei stark vergrößert wird. Um das winzige Merkurscheibchen zu sehen, muß die Projektion durch einen sehr starken Feldstecher oder aber - besser - ein kleines Teleskop erfolgen (Beschreibung bei Astronomie.de).
SCHWARZER TROPFEN
Der "Schwarze Tropfen" ist ein Phänomen, das sowohl bei Merkurtransits als auch - und in erster Linie - bei Venustransits beobachtet wurde. Beim 2. Kontakt löst sich das Planetenscheibchen nicht wie eigentlich zu erwarten vom Innenrand der Sonnenscheibe, sondern bleibt mit diesem durch ein schwarzes, brückenartiges Gebilde noch einige Zeit verbunden. Kurz vor dem 3. Kontakt tritt das Phänomen erneut in Erscheinung. Eine präzise Messung der Kontaktzeiten wird dadurch unmöglich. Als Ursache des "Schwarzen Tropfens" kommt eine Beugungserscheinung des Lichtes in Frage, die sich auch fotografieren lässt - sogar von Satelliten aus. 3 amerikanische Wissenschaftler glauben aufgrund von Satellitenbeobachtungen des Merkurtransits 1999 eine definitive Erklärung gefunden zu haben. Ihren für Laien leider nur schwer verständlichen Artikel finden Sie HIER (PDF-Datei).
Nach Tom van Flandern (Artikel) tragen bei erdgebundenen Beobachtungen aber auch durch die Erdatmoshäre bedingte optische Effekte zum Tropfeneffekt bei.
Beobachtungen beim Merkurtransit am 07.05.2003 und beim Venustransit am 08.06.2004 deuten allerdings darauf hin, dass der Tropfeneffekt doch hauptsächlich durch schlechtes Seeing (Animation von Ralf Vandebergh) und unzureichendes Beobachtungsgerät bedingt ist. Aufnahmen von SOHO und auch qualitativ hochwertige erdgebundene Bilder aus aus La Palma (Merkurtransit und Venustransit) zeigen das Phänomen jedenfalls nicht. Einen Erklärungsansatz, der auf ein Kontrastproblem hinweist, liefern die Fotos von La Palma. Dort ist rund um das pechschwarze Merkurscheibchen ein rötlicher Saum zu sehen (Beispielfoto). Da der Merkur keine Atmosphäre besitzt, kann es sich nur um ein Artefakt handeln. Einen Artikel zum Thema "Schwarzer Tropfen" unter Berücksichtigung der Wahrnehmungen beim Venustransit am 08.06.2004 gibt es von Sky & Telescope.
SONNENFLECK
Die sichtbare Sonnenoberfläche (=Photosphäre) hat eine Temperatur von etwa 6000 Grad Kelvin. Es gibt jedoch Bereiche die deutlich kühler (etwa 3000 bis 4000 Grad) sind und deshalb unserem Auge als dunkel erscheinen. Diese Sonnenflecken können den mehrfachen Durchmesser der Erde erreichen und sind dann sogar mit bloßem Auge durch eine Schutzbrille ("SoFi-Brille") wahrnehmbar. Sonnenflecken dürfen bei der Beobachtung eines Transits nicht mit dem Planetenscheibchen verwechselt werden. Während letzteres rasch über die Sonne wandert, bewegen sich Sonnenflecken nur sehr langsam mit der Sonnenrotation, die immerhin 25 Tage dauert, mit. Über einen Zeitraum von wenigen Stunden erscheinen sie praktisch ortsfest.
STREIFENDER TRANSIT
Bei einem streifenden Transit tritt der Planet nicht vollständig in die Sonnenscheibe ein, es gibt also - wie bei einer partiellen Sonnenfinsternis - nur 2 Kontakte, die als 1. und 2. Kontakt bezeichnet werden; der Ingress geht nahtlos in den Egress über. Ein streifender Transit dauert nicht sehr lange, ist aber wissenschaftlich auch heute noch von Bedeutung, weil sich zum einen Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Sonnenrandes ziehen lassen und zum anderen der Poldurchmesser der Sonne sich präziser als mit jeder anderen Methode bestimmen lässt. Die streifenden Merkurtransits in den Jahren 1937 und 1999 waren die einzigen, die seit der Erfindung des Fernrohrs stattfanden.
TRANSIT
Als Transit (von lateinisch transire = vorbeigehen) bezeichnet man in der Astronomie ganz allgemein den Vorübergang eines Himmelskörpers A vor einem anderen Himmelskörper B, wobei der Beobachter sich auf einem dritten Himmelskörper C befindet. Meistens wird der Begriff aber in einem engeren Sinne benutzt, nämlich wenn ein (scheinbar) kleinerer vor einem sehr viel größeren Himmelskörper herzieht, wie es eben bei Merkurtransits und Venustransits der Fall ist. Zieht ein (scheinbar) größerer vor einem sehr viel kleineren Himmelskörper her, also z.B. der Mond vor einem Planeten oder Stern, so spricht man von einer Bedeckung. Ein Sonderfall sind die Finsternisse, bei denen zwei (scheinbar) etwa gleich große Himmelskörper voreinander herziehen, z.B. der Erdmond vor der Sonne oder einer der großen Jupitermonde vor einem anderen.
UNTERE KONJUNKTION
Wenn die Planeten Merkur und Venus, die innerhalb der Erde um die Sonne kreisen, zwischen Erde und Sonne stehen, so bezeichnet man dies als "Untere Konjunktion". In den seltensten Fällen kommt es dabei zu einem Transit vor der Sonne. Meistens ziehen Merkur und Venus ober- oder unterhalb der Sonne her. Sie wenden dabei der Erde ihre dunkle Seite zu ("Neumerkur", "Neuvenus"). Während Merkur deshalb in Unterer Konjunktion unsichtbar wird, ist die Venus immer noch heller als alle anderen Sterne und Planeten, da ihre dichte Atmosphäre im Gegenlicht sichtbar wird und sie zugleich nur etwa 40 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist.
Die Untere Konjunktion ist bei beiden Planeten mit dem Wechsel vom Abend- zum Morgenhimmel verbunden.
VENUS
Nahezu erdgroßer Planet, der zwischen Erde und Merkur um die Sonne kreist. Aufgrund ihrer geschlossenen Wolkenhülle reflektiert sie das Sonnenlicht so stark, dass sie uns weitaus heller als alle anderen Sterne und Planeten erscheint. Mit etwas Übung ist sie bei klarer Luft auch am Taghimmel sichtbar. Obwohl sie wegen ihres strahlenden Lichtes nach der Liebesgöttin benannt wurde, fanden Raumsonden etwas ganz anderes vor: Venus ist ein wahrer Höllenplanet mit einer Kohlendioxid-Atmosphäre, in der Schwefelsäure-Wolken treiben, einem Luftdruck, der 90 x so hoch wie auf der Erde ist, und Oberflächentemperaturen von etwa 465 Grad Celsius.
VENUSTRANSIT
Als Venustransit bezeichnet man das Vorbeiziehen des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe. Ein Venustransit kann nur dann stattfinden, wenn Venus und Erde nahezu gleichzeitig die Knoten ihrer Bahnen erreichen, was im Durchschnitt nur 1 oder 2 mal pro Jahrhundert der Fall ist. Da der Winkeldurchmesser der Venus bei einem Transit rund eine Bogenminute beträgt, was etwa dem Auflösungsvermögen eines durchschnittlichen menschlichen Auges entspricht, ist das Phänomen ohne optische Hilfsmittel durch eine "SoFi-Brille" zu beobachten.
Informationen zum letzten Venustransit am 06.06.2012 finden Sie HIER.
VULKAN
Im 19. Jahrhundert wurde aufgrund von Bahnstörungen des Merkur die Existenz eines weiteren Planeten vermutet, der innerhalb des Merkur seine Bahn um die Sonne ziehen sollte. Dieser hypothetische Planet wurde auf den Namen Vulkan getauft. Obwohl Leverrier und andere aufgrund angeblicher Beobachtungen von Vulkan-Transits fest von seiner Existenz überzeugt waren, wurde er niemals gefunden, sondern ging als Phantomplanet in die Astronomiegeschichte ein. Mehr zu diesem Thema finden Sie in Beiträgen von Robert von Heeren und von Wolfgang Hernschier.
Nicht auszuschließen ist aus himmelsmechanischer Sicht, dass zwischen Merkur und Sonne bislang unentdeckte Kleinplaneten (Asteroiden) ihre Bahn ziehen. Der Nachweis solcher Objekte, auch als Vulkanoide bezeichnet, dürfte jedoch extrem schwierig sein. Ausführliche Informationen dazu gibt es bei Vulcanoid.org.